19.749
Bearbeitungen
Ralph (Diskussion | Beiträge) |
Ralph (Diskussion | Beiträge) |
||
Zeile 39: | Zeile 39: | ||
Diese Kohte wurde nach Angaben von zeko erstmals während eines Zeltlagers der Schwäbischen Jungenschaft „öffentlich" gezeigt, das vom 29. Juli bis 2. August 1928 auf der Kollenburg im Maintal bei Dorfprozelten/Spessart stattfand. Erich Meier schreibt in „tusk - Versuche über Eberhard Koebel" es habe sich mit etwa 120 Teilnehmern um das erste große gemeinsame Zeltlager der Schwäbische Jungenschaft gehandelt.<ref>vgl. Erich Meier: „Mir war wie einem Springbrunnen ...", Auf Spurensuche: tusk 1928-1931, in: Fritz Schmidt (Hg.): tusk - Versuche über Eberhard Koebel, Südmarkverlag Witzenhausen 1994, S. 16</ref> Im Heft 8/9 von 1928 der „Briefe an die deutsche Jungenschaft" (unter diesem Titel wurden die „Briefe an die Schwäbische Jungenschaft der Deutschen Freischar" fortgesetzt) finde sich hierzu ein vierseitiger bebilderter Lagerbericht. Laut zeko ist in diesem Heft, auf S. 14, auch erstmals ein Foto dieser „weißen Probekohte" abgebildet worden. - Mit dieser Kohte sei tusk im Anschluss an das Jungenschaftslager zusammen mit Freischar-Gruppen zu einem internationalen Pfadfindertreffen nach Luxemburg gefahren und dann mit seiner Horde (Horte) auf Großfahrt in die Lüneburger Heide und an die Ostsee gegangen. | Diese Kohte wurde nach Angaben von zeko erstmals während eines Zeltlagers der Schwäbischen Jungenschaft „öffentlich" gezeigt, das vom 29. Juli bis 2. August 1928 auf der Kollenburg im Maintal bei Dorfprozelten/Spessart stattfand. Erich Meier schreibt in „tusk - Versuche über Eberhard Koebel" es habe sich mit etwa 120 Teilnehmern um das erste große gemeinsame Zeltlager der Schwäbische Jungenschaft gehandelt.<ref>vgl. Erich Meier: „Mir war wie einem Springbrunnen ...", Auf Spurensuche: tusk 1928-1931, in: Fritz Schmidt (Hg.): tusk - Versuche über Eberhard Koebel, Südmarkverlag Witzenhausen 1994, S. 16</ref> Im Heft 8/9 von 1928 der „Briefe an die deutsche Jungenschaft" (unter diesem Titel wurden die „Briefe an die Schwäbische Jungenschaft der Deutschen Freischar" fortgesetzt) finde sich hierzu ein vierseitiger bebilderter Lagerbericht. Laut zeko ist in diesem Heft, auf S. 14, auch erstmals ein Foto dieser „weißen Probekohte" abgebildet worden. - Mit dieser Kohte sei tusk im Anschluss an das Jungenschaftslager zusammen mit Freischar-Gruppen zu einem internationalen Pfadfindertreffen nach Luxemburg gefahren und dann mit seiner Horde (Horte) auf Großfahrt in die Lüneburger Heide und an die Ostsee gegangen. | ||
Die Angaben zu dem o. a. Heft der „Briefe an die deutsche Jungenschaft" konnte ich nicht überprüfen, weil diese Ausgabe in unserem Bundesarchiv fehlt. Es findet sich aber ein weiteres Foto der ersten bündischen Kohte - mit Freischarlilie auf der „Tür" - auf der Titelseite von Nr. 8/1929 der „Briefe an die deutsche Jungenschaft"8 | Die Angaben zu dem o. a. Heft der „Briefe an die deutsche Jungenschaft" konnte ich nicht überprüfen, weil diese Ausgabe in unserem Bundesarchiv fehlt. Es findet sich aber ein weiteres Foto der ersten bündischen Kohte - mit Freischarlilie auf der „Tür" - auf der Titelseite von Nr. 8/1929 der „Briefe an die deutsche Jungenschaft"<ref>Eberhard Köbel (Schriftleiter): Briefe an die Deutsche Jungenschaft - Jungenzeitschrift der Deutschen Freischar (Bund der Wandervögel und Pfadfinder), Heft 8, Ludwig Voggenreiter Verlag Potsdam 1929, S. 1 </ref>. Darüber hinaus ist jeweils ein Foto der offenbar gleichen Kohte auch im Heft 1/1931 des „Lagerfeuer" veröffentlicht - Bildunterschrift: „Die Kohte der Stuttgarter an der Ostsee"<ref>Eberhard Köbel/ Ingo Kaul (Schriftleiter): Das Lagerfeuer - 21. Jahrgang des „Pfadfinder", Heft 1, Atlantis-Verlag Berlin 1931, S. 1f.</ref> - und im Heft 12/1933 des „Eisbrecher" - Bildunterschrift: „Langeoog-Lager: Freizeit bei den Berliner Kohten."<ref>dj.1.11 (Hg.)/ Eberhard Köbel (Schriftleiter): Der Eisbrecher, Heft 12, Verlag Günther Wolff zu Plauen i. V. 1933, S. 319</ref> | ||
Besonders auf dem Titelbild von 1929 ist auch der eher tipiartige Aufbau dieser ersten tusk-Kohte zu erkennen und die Tatsache, dass sie aus einem einzigen großen zusammengesetzten Zelttuch gefertigt war. Man sieht auch deutlich, dass nur der große Mittelbereich der Kohte tatsächlich weiß gehalten ist, während sich oben ein breiter, sehr dunkler und unten ein schmalerer und hellerer Streifen anschließt. Dieser ist links und rechts neben der Tür bis zur halben Höhe hochgezogen und oben wieder dunkel abgesetzt. Nach tusks Worten war „das Zelttuch in schönen Farben zusammengenäht" worden (s. o.). Leider sagt er aber nichts zu der von ihm getroffenen Farbwahl. Allerdings äußert er sich an anderer Stelle zur Frage des Kohtenschmucks folgendermaßen: „Schmücke deine Kohte mit einem Ornamentstreifen. Der Ornamentstreifen ist weiß ... Als Farben dürfen verwendet werden Schwarz, Zinnoberrot und Kobaldblau."11) Vielleicht war dies ja auch die Farbwahl für seine erste Kohte. | Besonders auf dem Titelbild von 1929 ist auch der eher tipiartige Aufbau dieser ersten tusk-Kohte zu erkennen und die Tatsache, dass sie aus einem einzigen großen zusammengesetzten Zelttuch gefertigt war. Man sieht auch deutlich, dass nur der große Mittelbereich der Kohte tatsächlich weiß gehalten ist, während sich oben ein breiter, sehr dunkler und unten ein schmalerer und hellerer Streifen anschließt. Dieser ist links und rechts neben der Tür bis zur halben Höhe hochgezogen und oben wieder dunkel abgesetzt. Nach tusks Worten war „das Zelttuch in schönen Farben zusammengenäht" worden (s. o.). Leider sagt er aber nichts zu der von ihm getroffenen Farbwahl. Allerdings äußert er sich an anderer Stelle zur Frage des Kohtenschmucks folgendermaßen: „Schmücke deine Kohte mit einem Ornamentstreifen. Der Ornamentstreifen ist weiß ... Als Farben dürfen verwendet werden Schwarz, Zinnoberrot und Kobaldblau."11) Vielleicht war dies ja auch die Farbwahl für seine erste Kohte. | ||
Zeile 111: | Zeile 111: | ||
Grafik aus: dj.1.11 (Herausgeber), Eberhard Köbel (Schriftleiter): Der Eisbrecher, Heft 9, Verlag Günthe Wolff zu Plauen i.V. 1933, Seite 217 | Grafik aus: dj.1.11 (Herausgeber), Eberhard Köbel (Schriftleiter): Der Eisbrecher, Heft 9, Verlag Günthe Wolff zu Plauen i.V. 1933, Seite 217 | ||
11) tusk: Der Kohtenstil, in: dj.1.11 (Hg.)/ Eberhard Köbel (Schriftleiter): Der Eisbrecher, Heft 11, Verlag Günther Wolff zu Plauen i. V. 1933, S. 281 | 11) tusk: Der Kohtenstil, in: dj.1.11 (Hg.)/ Eberhard Köbel (Schriftleiter): Der Eisbrecher, Heft 11, Verlag Günther Wolff zu Plauen i. V. 1933, S. 281 | ||